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leer – fünfter tag

leer

beat vogel ist nach dem gestrigen putzintermezzo in den kreis seines clans geflohen. jetzt ist er leer. irgendwas ist dort ganz falsch gelaufen. nur weiss er noch nicht genau was. die ganze zugfahrt zurück in die klinik hat er überlegt, versteht aber nicht, was ihm so zu schaffen macht. Ein glück, klappt es wenigstens mit dem schlafen besser.

warum sind wir so, ist das was genetisches?

hör zu, alter ego, ich bin selber ausgehöhlt wie ein kürbis und komplett leer, heute musst du auf meine predigten verzichten. hab einiges zu verarbeiten, bei mir lief es auch nicht reibungslos.

hatte mich echt gefreut, meine familie nach zwei monaten wieder mal zu treffen, und dann – keiner hat ernsthaft nachgefragt, wie es mir geht. nix. nicht aus desinteresse, sondern aus angst. lieber hallo sagen und dann schnell das thema wechseln. fragt ein familienmitglied: „ist das sowas wie ein bauernhof, wo du jetzt bist“? ich so: „nee, psychiatrische Klinik“. er so beinahe vom stuhl gekippt. habe es in ihren augen gesehen, „hoffentlich erzählt der jetzt nicht vom leben in der klapse, sowas krankes“.

genetisch – gute frage. in unserer sippe war das schon immer der modus operandi. alles flink unter den teppich kehren. probleme sind nicht zum lösen da. schon gar nicht zum an- und besprechen. die gehören ganz einfach unter den deckel. dann gibt es platz für harmonie. kann dort ruhig vor sich hin gammeln, sieht ja keiner. merkt ja keiner.

erkenntnis des tages, ich funktioniere ebenso. kopf einziehen, schnauze halten und runterschlucken. ein baustein, der mich immer wieder in die scheisse laufen lässt.

oder bin ich seulement zu empfindlich? fühle mich zwar nicht so als blüemli, mimösli, aber wer weiss, nach all der wurstlerei. leer fühle ich mich grad wirklich. irgendwas ist abhanden gekommen, fühlt sich unangenehm an.

1 Kommentar

  1. Nein, Du bist nicht zu empfindlich!

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